In der Nacht von Samstag, dem 30. März, auf Sonntag, den 31. März, beginnt die Sommerzeit. Die Uhr wird eine Stunde vorgestellt. Diese Umstellung wirkt sich nicht nur auf Menschen aus, sondern auch auf Tiere – insbesondere auf Kühe, die in einem festen Rhythmus leben. Wie bereitest du deine Kühe optimal auf die Zeitumstellung vor? Und macht es einen Unterschied, ob du mit einem konventionellen Melkstand oder einem Melkroboter arbeitest? In diesem Artikel erfährst du mehr.
Die Normalzeit ist die Winterzeit. Die Sommerzeit gibt es in den Niederlanden seit 1916. Sie wurde eingeführt, um abends länger Tageslicht zu haben und somit weniger Öl und Gas zu verbrauchen. Das hat sicher seine Vorteile, aber es handelt sich um einen künstlichen Eingriff, der nicht bei allen gut ankommt. Menschen können unter einem Jetlag-ähnlichen Effekt leiden, und auch der Biorhythmus der Tiere kann durcheinandergeraten.
Für Kühe hat die Umstellung auf Sommer- oder Winterzeit große Auswirkungen. Kühe sind Gewohnheitstiere. Sie wissen genau, wann sie gemolken werden, wann es Futter gibt und wann sie ruhen können. Wenn man die Zeitumstellung einfach ignoriert, kann das für die Kühe verwirrend sein – besonders in der ersten Woche. „Warum melkt der Landwirt plötzlich zu einer anderen Zeit?“ – das fragen sich die Tiere.
„Wenn du mit einem traditionellen Melkstand arbeitest, ist es sinnvoll, die Melkzeiten schrittweise zu verschieben“, sagt Tinus de Jong, Händler von Fullwood. Er beobachtet, dass sich der Rhythmus der Kühe mit der Zeitumstellung verändert – was sich unter anderem auf die Milchleistung auswirkt.
„Wenn du dich entscheidest, das Zeitintervall langsam anzupassen – etwa über eine Woche hinweg in 15-Minuten-Schritten – können sich die Kühe besser an den neuen Rhythmus gewöhnen“, erklärt er. „Wenn du die Umstellung hingegen auf einmal vornimmst, kann es sein, dass die Kühe weniger Milch geben. Durch eine schrittweise Anpassung vermeidest du unnötige Verluste.“
Du hast einen Melkroboter? Dann bist du laut Tinus im Vorteil. „Wenn die Kühe von einem Roboter gemolken werden, entscheiden sie selbst, wann sie zum Melken gehen. Das ändert sich durch das Umstellen der Uhrzeit nicht“, erklärt Tinus.
„Allerdings kann es sein, dass der Roboter einen Rückgang der Milchmenge anzeigt“, ergänzt er. „Durch das Vorstellen der Uhr fehlt am ersten Tag eine Stunde. Auch die Verteilung der Melkzeiten kann in den Daten etwas anders aussehen. Der Roboter „denkt“, dass die Kuh länger weg war als üblich. Die Kühe selbst merken davon wenig, aber für den Landwirt ist es gut, das zu wissen.“
Heißt das, dass du bei einem Robotersystem gar nichts anpassen musst? „Nicht unbedingt“, sagt Tinus. „Die Zeitumstellung betrifft nicht nur das Melken – auch das Füttern spielt eine Rolle, insbesondere wenn feste Fütterungszeiten eingehalten werden.“
„Wenn du deine Kühe ein- oder zweimal täglich fütterst, empfehle ich, auch diese Zeiten schrittweise zu verschieben – genau wie beim Melken im Melkstand“, erklärt Tinus. „So können sich die Tiere langsam an die neuen Futterzeiten gewöhnen.“
Hast du einen Futteranschieberoboter im Einsatz? Dann wirkt sich die Zeitumstellung laut Tinus kaum aus. „Es liegt ja ständig Futter am Fressgitter. Du könntest die Zufuhr von frischem Futter etwas anpassen, aber wichtig ist vor allem, dass die Kühe nicht zu lange auf ihr Futter warten müssen – im Vergleich zur bisherigen Routine.“
Wäre es besser, ganz auf Zeitumstellungen zu verzichten und entweder dauerhaft Sommer- oder Winterzeit zu nutzen? Tinus: „Das würde uns zumindest die Umstellungen ersparen. Aber egal, welche Zeit wir wählen – es wird Nachteile geben. Entweder wird es morgens sehr spät hell oder abends sehr früh dunkel. Das Licht bleibt ungenutzt. Eine ideale Lösung gibt es nicht. Bis dahin können wir unseren Kühen aber helfen – indem wir sie langsam an die neue Zeit gewöhnen.“
Möchtest du mehr darüber erfahren, wie du deine Kühe am besten auf die Zeitumstellung Ende März vorbereitest?
